Wenn Sie mehr wissen möchten

Achtsamkeit wird an vielen Universitäten und Forschungsinstituten in Europa und den USA wissenschaftlich untersucht. Vor allem MBSR, das an der University of Massachussetts entwickelt wurde und MBCT, das an der University of Oxford entwickelt wurde, sind seither Gegenstand von Forschungsarbeiten. Dabei wurden viele verschiedene Varianten für unterschiedliche Zielgruppen angewendet und die Wirkung beschrieben. Die Untersuchungen reichen von dem Umgang mit unterschiedlichen Formen von chronischen Schmerzen und körperlichen Leiden, über Wirkungen bei psychischen Leiden bis zur Wirkung auf Kinder in Kindergärten und Schulen und Wirkungen für Mitarbeiter in Unternehmen im Umgang mit Stress, Belastungen oder Konflikten. Eine Wirkung der Achtsamkeitsübungen ist gut nachgewiesen für:

1. die Steigerung der Aufmerksamkeitsregulation,

2. die Vertiefung des Körper-Gewahrseins und damit eine Verbesserung des eigenen gesundheitsfördernden Verhaltens,

3. die Wahrnehmung der Gedanken und Grübeleien und gleichzeitig ein besserer Umgang damit und die präventive Wirkung u.a. für Depressionen,

4. die Veränderung im Umgang mit Gefühlen, besonders mit schwierigen Gefühlen.

 

Einen Überblick über die Wirkung von MBSR, MBCT und anderen Achtsamkeitsprogrammen gibt die folgende Meta-Meta Studie in einer Evidenzkarte. Diese Evidenz Karte der Achtsamkeit aus 2015 stellt die Anwendung und Wirkung aus 81 Überblickstudien (Meta-Studien) zusammengefasst dar. (Departement of Veretrans Affairs (US) (Reseacher Susanne Hempel et al) . Bei der Suche nach Einzelstudien hilft der Mindfulness-Research Guide, der sich um ein monatliches Update aller Forschungsarbeiten bemüht. Der Mindfulnes-Research-Guide stellt nahezu alle wissenschaftlichen Studien zum Thema Achtsamkeit dar und enthält für die meisten Forschungsarbeiten zumindest eine Zusammenfassung.

 

Eine Auswahl aktueller Bücher und Beiträge zum Thema haben wir Ihnen hier zusammengestellt:

  • Badura B, Steinke M (2011) Die erschöpfte Arbeitswelt. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
  • Becke G (2013) Human-Resources Mindfulness. Promoting Health in Knowledge-Intensive SMEs. In: Ehnert I, Harry W, Zink KJ (eds) Sustainability and Human Resource Management. Springer, Heidelberg, pp 83–104
  • Becke G (2014) Mindful Change: A Concept for Social Sustainability at Organizational Level. In: Becke G (ed) Mindful Change in Times of Permanent Reorganization. Springer, Heidelberg, pp 49–71
  • Becke G, Bleses P, Schmidt S (2010) Nachhaltige Arbeitsqualität – Ein Gestaltungskonzept für die Betriebliche Gesundheitsförderung in der Wissensökonomie. Wirtschaftspsychologie 12(3):60–68
  • Becke G, Bleses P, Schmidt S (2011) Betriebliche Gesundheitsförderung in flexiblen Arbeitsstrukturen der Wissensökonomie. In: Bamberg E, Ducki A, Metz A-M (Hrsg) Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement in der Arbeitswelt. Hogrefe, Göttingen, S 671–691
  • Bergström G, Bodin L, Hagberg J, Aronsson G, Josephson M (2009) Sickness Presenteeism Today, Sickness Absentee ism Tomorrow? A Prospective Study on Sickness Presenteism and Future Sickness Absenteeism. J Occup Environ Med 51(6):629–638
  • Bleses P, Jahns K, Behrens M (2013) »Zufrieden, kompetent und gesund arbeiten« – Ressourcen und Herausforderungen nachhaltiger Beschäftigungsfähigkeit in der ambulanten Pflege. In: Becke G, Behrens M, Bleses P, Jahns K, Pöser S, Ritter W Nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit in der ambulanten Pflege. artec-paper Nr. 189. Universität Bremen, S 57–82
  • Bleses P, Schmidt S (2013) Strukturen und Instrumente für organisationale Achtsamkeit. Supervision 31(3):34–39
  • Buchenau, P (2015) Chefsache Gesundheit II: Der Führungsratgeber fürs 21. Jahrhundert, Springer-Verlag
  • Ducki A (2013) Innovationsfähigkeit von Unternehmen demografie-und gesundheitssensibel stärken. In: Jeschke S (Hrsg) Innovationsfähigkeit im demografischen Wandel – Beiträge der Demografietagung des BMBF im Wissenschaftsjahr 2013. Campus, Frankfurt am Main, S 167–182
  • Hürtgen S (2013) Mensch sein auf der Arbeit? Kollegialität als Balance von allgemein-menschlichen und leistungsbezogenen Aspekten von Arbeit. In: Billmann L (Hrsg) Solidarität in der Krise. Springer, Wiesbaden, S 237–262
  • Kohtes, P. J., Rosmann, N. (2014) Mit Achtsamkeit in Führung: Was Meditation für Unternehmen bringt. Grundlagen, wissenschaftliche Erkenntnisse, Best Practices, Klett-Cotta
  • Lohmann-Haislah A, BAuA (2012) Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden. Dortmund
  • Schmidt S (2013) Gesundheit fördern. In: Becke G, Behrens M, Bleses P, Meyerhuber S, Schmidt S Organisationale Achtsamkeit. Veränderungen nachhaltig gestalten. Schäffer-Poeschel, Stuttgart, S 129–156
  • Steinke M, Badura B (2011) Präsentismus – Ein Review zum Stand der Forschung. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund
  • Ulich E, Wülser M (2004) Gesundheitsmanagement in Unternehmen. Gabler, Wiesbaden
  • Weick KE, Sutcliffe KM (2007) Managing the Unexpected. Resilient Performance in an Age of Uncertainty. 2nd Edition. John Wiley & Sons, San Francisco
  • Karl E. Weick/Kathleen M. Sutcliffe (2010) Das Unerwartete managen. Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen, Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart
  • Widera E, Chang A, Chen HL (2010) Presenteeism: A Public Health Hazard. J Gen Intern Med 25(11):1244–1247
  • Wilde B, Dunkel W, Hinrichs S, Menz W (2010) Gesundheit als Führungsaufgabe in ergebnisorientiert gesteuerten Arbeitssystemen. In: Badura B, Schröder H, Klose J, Macco K (Hrsg) Fehlzeiten-Report 2009. Arbeit und Psyche: Belastungen reduzieren – Wohlbefinden fördern. Springer, Heidelberg, S 147–15